Hi, aus irgendeinem Grund bist du hier gelandet.
Vermutlich, weil ein Algorithmus dir vorgeschlagen hat, hier zu landen. Weil er sich „dachte": Das wär' jetzt genau das richtige für dich. Fünf gut investierte Minuten.
Wahrscheinlich hat er sogar recht! Normalerweise nehmen wir so Vorschläge einfach an.
Wir denken uns da nichts bei. Surfen da so durch, klicken was uns gefällt, ignorieren den Rest.
Heute wollen wir aber darüber sprechen, dass es so Momente gibt, wo das kippt. Und wo wir drüber nachdenken, was der Algorithmus da eigentlich gerade macht. Und warum.
Eigentlich wollen so Entwickler von Algorithmen ja gar nicht, dass man über die nachdenkt.
Die wollen ja eigentlich, dass die funktionieren. Und hier auf YouTube funktioniert das, wenn wir das angezeigt bekommen, was uns auch tatsächlich interessiert. Eigentlich soll niemand darüber nachdenken, was uns da gerade vorgeschlagen wird und was das darüber aussagt, in welche Schublade einen der Algorithmus steckt. Diesen Gedankengang, den will man in euch gar nicht auslösen. Passiert aber trotzdem manchmal. Taina Bucher, die ist inzwischen Professorin an der Universität in Oslo, die hat sich vor knapp zehn Jahren mal die Frage gestellt: In welchen Situationen wird uns so einen Algorithmus eigentlich bewusst? Und sie hat dazu einen Artikel geschrieben. Das ist der hier. Der beginnt mit einer Geschichte. Und zwar ist das die Geschichte von Jessa. Die ist Mitte 20 und gerade nach New York gezogen. Sie schläft mit ihrem Freund auf einer Luftmatratze. Weil sie noch keine richtige haben.
Aber sie unterhalten sich viel darüber, auch weil diese Luftmatratze leider Luft verliert.
Ihr Freund sucht online immer mal wieder nach Matratzen. Und eines Tages scrollt Jessa durch Facebook und bekommt da eine Anzeige für Luftmatratzen gezeigt. Und das findet sie super unheimlich.
Weil eigentlich kann Facebook das doch gar nicht über sie wissen.